capsalera4

foto_eixides

Antoni M. Alcover war einer der einflussreichsten Forscher und Wissenschaftler der romanischen Philologie seiner Zeit in Europa.

Im Herbst 1882 gab er sich als Linguist zu erkennen: Mit einer Probe seines Wörterbuches, Mostra de Diccionari Mallorquí: anar, dur i fer – hingehen, hinbringen und machen -, beteiligte er sich an einem Wettbewerb der Zeitschrift L'Ignorància - und gewann auf Anhieb.
Er schuf den Anzeiger Bolletí del Diccionari de la Llengua Catalana, der von 1901 an veröffentlicht wurde. Es handelte sich um die erste philologische Zeitschrift Spaniens, die eine große Resonanz unter den Romanisten hatte, wie z.B. seitens des Franzosen Pere Vidal, des Deutschen Wilhelm Meyer-Lübke oder des Spaniers Ramón Menéndez Pidal.
Während dieser Zeit intensivierte Alcover seine Reisen durch die katalanischen Länder und wechselte zwischen seinen philologischen Expeditionen (lexigraphische Forschungen) und der propagandistischen Arbeit, die dann 1906 schließlich in den Ersten Internationalen Kongress der Katalanischen Sprache mündete. Alcover widmete seine Reisen der Suche nach Wörtern, Wortverbindungen, Redewendungen, Liedern und Sprichwörtern. Seine philologischen Expeditionen hielten von 1900 bis 1921 an. Seine Lieblingsinformanten waren jene kaum gebildeten, häuslichen und älteren Menschen, auch wenn er auf der Suche nach mündlichen Überlieferungen die Beiträge seitens der Kinder bevorzugte
Die Forschungs-Expeditionen wurden nun auch durch die Reisen ins Ausland ergänzt. Alcover wollte sein Wissen mithilfe der führenden Linguisten Europas erweitern. So unternahm er drei umfangreiche Reisen. Die erste im Jahre 1907 nach Deutschland und weiteren Ländern, um die deutsche Sprache kennen zu lernen, und in der Folge eine Vertiefung in das Studium der Sprachwissenschaft zu ermöglichen. Alcover schrieb während dieser Reise ein Tagebuch, das er im fünften Band des Anzeigers Bolletí del Diccionari veröffentlichte. Im Jahre 1912 unternahm er dann seine zweite Reise, die ihn nach Frankreich, Großbritannien, Belgien, Deutschland, in die Schweiz und in die italienische Stadt Maiano führte. Seine dritte Reise, im Jahre 1913, ging dann nach Frankreich, Großbritannien, und Italien, und dort insbesondere nach Alghero, einer Stadt auf der Insel Sardinien, die sprachwissenschaftlich als katalanische Sprachinsel von Bedeutung ist.
Er nahm am Unterricht von Dr. Bernhard Schädel teil, den er gegen 1904 kennen gelernt hatte, und mit dem er während einer Studienreise gemeinsam vierundfünfzig katalanische Orte besuchte, auf der er umfangreiche lexikographische und grammatische Materialien zusammenstellen konnte. In Paris nahm er am Unterricht der Gelehrten Jules Guilliéron – dem Begründer der Geographischen Linguistik – und Pierre Rousslot – einem Meister der Experimentellen Phonetik – teil. In Zürich ging er dann bei Jacob Jud und Louis Gauchat in den Unterricht. Er lernte eine Gruppe italienischer Linguisten kennen: Salvioni, Merlo, Guarnerio, Crescini, Todesco und Zanardelli. Er bereiste die sardinische Stadt Alghero und auf dem Weg durch die französische Provence besuchte er den Poeten Frederic Mistral an dessen Wohnort.
Auf diese Weise veröffentlichte er die Studie Una mica de dialectologia catalana – Ein bisschen katalanische Dialektologie, die im Anzeiger der Jahre 1908 bis 1909 erschien. Diese Studie gilt als der Ursprung der Katalanischen Dialektologie. Alcover war im Jahre 1911 auch an der Gründung der Philologischen Abteilung des Institut d'Estudis Catalans beteiligt, zu dessen erstem Präsidenten er ernannt wurde. Im Jahre 1913 veröffentlichte die Secció Filològica, - also die Philologische Abteilung -, die Normes ortogràfiques per escriure en català, also die ersten katalanischen Rechtschreibregeln.


logo_alcover

Carrer del Pare Andreu Fernàndez, núm. 12 · 07500 Manacor · Tel/Fax: 662 320 444